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Die 10 giftigsten Pflanzen in Deutschland

Nicht alles was auf Deutschlands Böden wächst ist auch ungefährlich. Es gibt hierzulande über 300 Pflanzen, die mehr oder weniger giftig sind. Die gefährlichsten davon sollte man kennen und die haben wir für Euch in unserer Top 10 der giftigsten Pflanzen in Deutschland zusammengestellt.

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Gemeiner Goldregen

Der Gemeine Goldregen ist eine giftige Pflanzenart aus der Gattung Goldregen. Die Pflanze kommt im südlichen Mittel- und Osteuropa vor. Sie wird oft als Zierstrauch angepflanzt. Der Gemeine Goldregen wächst als Strauch oder kleiner Baum und erreicht Wuchshöhen bis 7 Meter. Die grünen wechselständigen Blätter sind 3-zählig gefingert, der Blattstiel ist dicht angedrückt und behaart. Die gelben Blüten sind zweiseitig symmetrisch mit fünf Blütenblättern, sie sind in hängenden Trauben angeordnet. Blütezeit ist von April bis Juni. Die Früchte der Pflanze sind längliche Hülsen, die bohnenförmige Samen von ungefähr 3 mm Größe enthalten.

Die Samen der Pflanze enthalten bis zu 2 Prozent des stark giftigen Alkaloids Cytisin, in den Blüten sind ungefähr 1 Prozent des Giftstoffes enthalten, die Blätter enthalten etwa 0,5 Prozent Cytisin. Der Gehalt kann jahreszeitlich bedingt schwanken. Neben dem Hauptalkaloid Cytisin sind noch N-Methylcytisin, Laburnin und Chinolizidinalkaloide nachgewiesen worden. Da eine Kreuztoleranz des Cytisins zum Nikotin besteht, wurden die Samen früher zur Raucherentwöhnung benutzt. Bei Vergiftungen mit Goldregen tritt zunächst ähnlich wie bei Nikotin eine zentrale Erregung auf. Diese geht später in eine Dämpfung von Zentralem Nervensystem und Sympathikus über. Symptome sind Übelkeit, Salivation, Magenschmerzen und Schweißausbrüche. Häufig kommt es sehr schnell nach oraler Aufnahme zu heftigem Erbrechen. Daher sind Vergiftungen mit Todesfolge eher selten. Bleibt das Erbrechen aus, so erfolgt der Tod durch Atemlähmung nach heftigen Krämpfen, die in Lähmungen übergehen.


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Lorbeerkirsch

Von VoDeTan2 - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

Von VoDeTan2Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

Die Lorbeerkirsche ist eine Pflanzenart aus der Familie der Rosengewächse. Sie stammt ursprünglich aus Kleinasien. Ihren Trivialnamen erhielt diese Pflanzenart aufgrund ihrer kirschartigen Steinfrüchte und wegen der lorbeerähnlichen Blätter. Ihre Sorten werden als weitgehend frostharte Ziersträucher in Parks und Gärten verwendet. Die Lorbeerkirsche ist ein immergrüner Strauch oder Baum, der Wuchshöhen bis zu 7 m erreicht. In strengen Wintern mit Temperaturen im Bereich von −20 °C erfrieren alle Blätter und ein großer Teil der Äste. In den meisten Fällen treibt die Pflanze wieder neu aus. Die 8 bis 15 cm langen Laubblätter ähneln in ihrer Form dem Echten Lorbeer), worauf die inkorrekte Bezeichnung als „Kirschlorbeer“ zurückgeht. Die angenehm duftenden Blüten erscheinen zwischen April und Juni und stehen zu vielen in endständigen, traubigen Blütenständen zusammen. Die anfangs grünen kugeligen Früchte sind in der Reife schwarz.

Frische, reife Früchte schmecken süß mit bitterem Nachgeschmack. In der Türkei wird die Lorbeerkirsche wegen der Früchte kultiviert. Diese werden dort als Trockenfrüchte verzehrt. Das Fruchtfleisch kann zu Marmelade oder Gelee verwertet werden. Die Samen enthalten – wie bei fast allen Früchten der Gattung Prunus – Prunasin, ein cyanogenes Glykosid. Im Magen entwickeln zerkaute Samen die giftige Blausäure. Nach Aufnahme von Blättern oder bis zu 10 Samen kann es zu Übelkeit, Erbrechen, Tachykardie und Krämpfen kommen. Bei mehr als 10 Samen können Herz- und Atemstillstand eintreten. Beim Kochen aber werden die Blausäureverbindungen zerstört. Blätter und Samen enthalten mehr Prunasin als das Fruchtfleisch.


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Pfaffenhütchen

Von VIEX - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

Von VIEXEigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

Das Gewöhnliche Pfaffenhütchen, auch Gewöhnlicher Spindelstrauch oder Europäisches Pfaffenhütchen, Pfaffenkäppchen, Pfaffenkapperl, Spillbaum oder Spindelbaum genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Spindelbaumgewächse. Das Pfaffenhütchen erreicht als sommergrüner, aufrechter, reich verzweigter, sparriger Strauch Wuchshöhen von bis zu 3 m, als kleiner Baum auch bis zu 6 m. Die im Querschnitt oft stumpf vierkantigen Zweige (Rutenstrauch) besitzen eine anfangs grüne bis später grau-braune Rinde, es können zwei bis vier schmale Korkleisten vorhanden sein (Korkflügel sind relativ selten anzutreffen, man findet sie aber auch bei der Ulme). Sträucher und Bäume besitzen im Alter eine grau-braune, längsrissige Borke. Er ist windfest und frosthart. Die Pflanzenteile sind giftig. Die gegenständigen Laubblätter besitzen einen Blattstiel und eine mit einer Länge von 3 bis 12 cm eiförmige bis lanzettliche Blattspreite mit einem fein gekerbten bis gesägten Rand. Beide Blattflächen kahl. Sie zeigen eine sehr schöne, teilweise leuchtend rote Herbstfärbung.

Alle Pflanzenteile des Pfaffenhütchens sind giftig. Vor allem in den Samen befinden sich Steroidglykoside , außerdem die Alkaloide Evonin, Koffein und Theobromin. Die Rinde enthält Bitterstoffe, Gerbstoffe und Phlobaphene, die Blätter auch Triterpene. Der Verzehr von Samen führt zu Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Dabei kann es zu einer starken Reizung des Magen-Darm-Traktes kommen. Die Glykoside wirken außerdem auf die Herzmuskulatur. Auch Nierenschädigungen, Kreislaufkollaps, Benommenheit und Leberschwellungen gehören zu den Symptomen, die bei dem Verzehr der Früchte auftreten. Vergiftungen treten vor allem bei Kindern auf, die sich von den attraktiv aussehenden Früchten verführen lassen. Dabei kann es zu Leber- und Nierenschäden, je nach Schweregrad auch zum Tod kommen. In der Literatur finden sich unterschiedliche Angaben darüber, welche Dosis bereits tödlich wirkt. Alle Krankheitszeichen können noch 18 Stunden nach dem Verzehr der giftigen Pflanzenteile auftreten. Zu den Erste-Hilfe-Maßnahmen gehören das Auslösen von Erbrechen sowie die Verabreichung von Aktivkohle. Weitere Maßnahmen sind Magenspülungen, die Verabreichung von Mucilaginosa, um die Reizung des Magen-Darm-Traktes zu mindern, und Gabe von Barbituraten und Benzodiazepinen, um den Krämpfen entgegenzuwirken.


7
Maiglöckchen

Das Maiglöckchen ist eine Pflanzenart aus der artenarmen Gattung Convallaria in der Familie der Spargelgewächse. Es wurde 2014 zur Giftpflanze des Jahres gewählt.

Das Maiglöckchen ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 30 cm erreicht. Es besitzt ein bis zu 50 cm tief wurzelndes Rhizom als Speicher- und Überdauerungsorgan und wird daher zu den Rhizomgeophyten gezählt. Das relativ dünne, kriechende und ausläuferartige Rhizom verzweigt sich monopodial. Die oberirdischen Sprosse bilden sich daher jeweils hinter der Rhizomspitze. Mit Hilfe ihrer anfangs kegeligen Form durchbrechen die jungen Sprosse im Frühjahr den Erdboden. Der ansonsten unbeblätterte, aufrecht wachsende und kantige Stängel besitzt an seiner Basis meist zwei Laubblätter, die ihn scheidig einhüllen.

Das Maiglöckchen wird insgesamt als sehr stark giftig eingestuft. Alle Pflanzenteile sind giftig, besonders aber Blüten und Früchte. Es wurden 38 Glykoside in der Pflanze gefunden, die sich von 9 Aglyka ableiten lassen. Hauptwirkstoffe: Convallotoxin, Convallotoxol, Convallosid und Desglucocheirotoxin. Bei äußerlichem Kontakt mit der Pflanze treten Haut- und Augenreizungen auf. Bei Aufnahme durch den Mund treten Übelkeit, Durchfall, Herzrhythmusstörungen, Schwindel und Brustbeklemmung auf. Zunächst tritt hoher Blutdruck und rascher Puls, später verminderter Blutdruck, sehr langsame und tiefe Atmung und schließlich Herzstillstand ein. Nach dem Genuss von 1-5 Beeren sind höchstens kurzzeitige Sinusarrhythmien beobachtet worden, meist keine Symptome. Bei größeren Mengen muss wie bei einer Herzglykosid-Vergiftung behandelt werden. Durch Beeren, Blüten und Blätter sind besonders Kinder gefährdet. Bei Aufnahme von Teilen der Pflanze sollten der Giftnotruf bzw. ein Arzt konsultiert werden. Schwere Vergiftungen von Tieren können bei der Waldmast auftreten. Auch Geflügel ist gefährdet.


6
Engelstrompete

Von Claus Ableiter - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

Von Claus AbleiterEigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

Die Engelstrompeten sind eine Pflanzengattung aus der Familie der Nachtschattengewächse, deren ursprüngliches Verbreitungsgebiet in Südamerika liegt, die jedoch wegen ihrer auffälligen Blüten inzwischen weitläufig kultiviert wird. Durch den hohen Anteil an Alkaloiden sind alle Pflanzenteile giftig.

Engelstrompeten sind 2 bis 5 Meter hohe Sträucher oder Bäume. Die großen Blätter können behaart oder unbehaart sein, die Formen variieren zwischen eiförmig, elliptisch, eiförmig-elliptisch, eng elliptisch, linear gestreckt. Der Blattrand kann ganzrandig, gezähnt oder buchtig-flatterig sein. Sie sind an beiden Enden verjüngt, die Spitze ist spitz bis zugespitzt, die Basis ist abgerundet, oftmals dabei unsymmetrisch. Die Größe der Blätter beträgt 10 bis 25 × 4 bis 11 cm. Die Blattstiele sind 2,5 bis 15 cm lang. Alle Arten der Engelstrompeten enthalten giftige Alkaloide der Tropangruppe. Zu den wichtigsten Alkaloiden, die in den oberirdischen Teilen aller untersuchten Arten zu finden sind, gehören Hyoscyamin und Scopolamin sowie eine geringere Menge an von diesen Stoffen abgeleiteten Substanzen. Auch in den Wurzeln ist eine ähnlich hohe Konzentration an Estern von Tropan-Diol und Tropan-Triol zu finden.

Der Konsum der Engelstrompete soll stimmungshebend wirken, unangenehme Effekte unterdrücken und die Kommunikationsfähigkeit steigern. Als ungewünschte Nebeneffekte gelten motorische Unruhe und Hektik sowie Halluzinationen. Da das Rauschmittel schwer zu dosieren ist, kann es leicht zu einer Vergiftung kommen, die zu atropinergen Wirkungen, schweren internistischen Komplikationen und deliranten Zuständen und auch zum Tod führen kann. Der Nachweis einer Intoxikation durch Pflanzenteile kann durch Einsatz der Gaschromatographie-Massenspektrometrie erfolgen. Nachgewiesen werden meist die Alkaloide Hyoscyamin und Scopolamin als Trimethylsilyl-Derivate. Vergiftungssymptome werden beim Missbrauch, aber auch nach versehentlicher Vergiftung beobachtet. Das am längsten bestehende Symptom der Vergiftung ist in der Regel die Pupillenerweiterung, die auch bei Kindern bereits durch Reiben der Augen mit der Hand auftreten kann, nachdem zuvor die Pflanze berührt wurde.


5
Herbstzeitlose

Von AnRo0002 - Eigenes Werk, CC0, Link

Von AnRo0002Eigenes Werk, CC0, Link

Die Herbst-Zeitlose oder Herbstzeitlose ist eine Pflanzenart, die zur Familie der Zeitlosengewächse gehört. Die Herbst-Zeitlose ist weit verbreitet. Ihr Gift wird in Medizin und Pflanzenzucht verwendet. Sie wurde 2010 zur Giftpflanze des Jahres gewählt.

Es kommt immer wieder zu Vergiftungsfällen durch Verwechslung mit dem Bärlauch. Die Blüten der Herbst-Zeitlose lassen sich ziemlich leicht als solche erkennen. Diese leichte Erkennbarkeit trifft aber nicht auf die Blätter der Herbst-Zeitlose zu. Erschwerend kommt hinzu, dass man – anders als bei vielen anderen Pflanzen – bei der Herbst-Zeitlose die Blätter und die Blüten nie gleichzeitig sieht. Im Herbst sieht man die Blüten – aber ohne Blätter, wogegen man im Frühjahr die Blätter sieht – aber stets ohne Blüten. Alle Teile der Herbst-Zeitlosen enthalten das giftige Alkaloid Colchicin, ein Kapillar- und Mitosegift. Der höchste Gehalt findet sich in der Blüte mit bis zu 1,8 %. Aber auch die Samen (0,5 %), die Knolle (0,2 %) und die Blätter (0,03 %) enthalten genug Colchicin, um Vergiftungen bewirken zu können. Der Gehalt schwankt im Jahresverlauf und nimmt mit der Samenreifung zu. Auch in getrockneten Pflanzenteilen bleibt das Alkaloid erhalten. Vergiftungserscheinungen treten meist erst mit zwei bis sechs Stunden Verzögerung ein. Die Symptome äußern sich zunächst in einem Brennen im Mund. Es folgen Schluckbeschwerden, Übelkeit und Erbrechen mit oft blutigen Durchfällen. Je nach Dosis kann es vor allem bei Kindern bis zum Tod durch Atemlähmung oder Kreislaufversagen kommen, häufig beobachtet man auch Nierenschädigungen. In der Literatur wird eine Sterblichkeit von 90 Prozent angegeben. Als tödliche Dosis gelten bei Erwachsenen etwa 0,8 mg pro Kilogramm Körpergewicht. Etwa 60 Gramm frische Blätter können einen 80 Kilogramm schweren Menschen töten. Neben dem Colchicin sind in der Pflanze noch Demecolcin und etwa 20 weitere Alkaloide sowie Colchicosid, Inulin und Asparagin enthalten.

Eine besondere Gefahr von Colchicin geht für Kinder aus, die in ländlichen Gegenden z. B. beim Einsammeln von Heu im beginnenden Herbst leicht in Kontakt mit den dann blühenden Pflanzen kommen können, gerade auch in Anbetracht der schon beim Erwachsenen geringen tödlichen Dosis von Colchicin, die bei Kindern noch tiefer liegt. Außerdem gibt es Berichte über Vergiftungen durch die Milch von Schafen oder Ziegen, die zuvor Herbst-Zeitlose gefressen haben sollen. Aber nicht nur für Kinder, auch für Erwachsene kann die Herbst-Zeitlose gefährlich sein. Vor allem, wenn man ihre Zwiebeln mit Küchenzwiebeln verwechselt oder die Blätter mit Bärlauch oder anderem Wildsalat und so größere Mengen der giftigen Pflanze zu sich nimmt. Darüber hinaus ähnelt die Herbst-Zeitlose ziemlich stark einigen verbreiteten Zierpflanzen wie dem Krokus, was ebenfalls zu gefährlichen Verwechslungen führen kann. Die Herbst-Zeitlose ist auch giftig für viele Tierarten wie Pferde, Rinder, Schafe, Ziegen, Hunde, Katzen, Kaninchen, Hasen, Meerschweinchen, Hamster und auch für Vögel. Bei den Großtieren sind insbesondere Pferde und Schweine gefährdet. Rinder und Schafe reagieren nicht ganz so empfindlich. Laktierende Tiere können das Gift über die Milch abgeben, auch wenn sie selbst keine Vergiftungserscheinungen zeigen.


4
Wunderbaum

Der Wunderbaum ist die einzige Pflanzenart der monotypischen Gattung Ricinus, die zur Familie der Wolfsmilchgewächse gehört. In den gemäßigten Klimazonen wächst die Pflanze als einjährige krautige Pflanze, in den Tropen als mehrjährige Pflanze. Die Pflanze ist schnellwüchsig und wird unter idealen Bedingungen innerhalb von drei bis vier Monaten bis zu fünf Meter hoch. In tropischem Klima erreicht sie nach mehreren Jahren Wuchshöhen von bis zu 13 Metern und bildet einen verholzten Stamm. In saisonalen Klimaten stirbt die Pflanze jedes Jahr oberirdisch ab und treibt dann bei entsprechender Sonneneinstrahlung wieder neu aus. Die wechselständig stehenden Laubblätter sind 30 bis 70 Zentimeter groß, glänzend, grün (bei einigen Sorten rötlich bis tief-purpurfarben), haben lange Blattstiele und sind fünf- bis elflappig handförmig. Auch die stark wasserhaltigen Stängel sind bei einigen Sorten rot überlaufen. Der Wunderbaum blüht von August bis Oktober. Es werden große, endständige rispige Blütenstände gebildet. Die Pflanzen sind einhäusig getrenntgeschlechtig. Die eingeschlechtigen Blüten sind unscheinbar und grüngelb. In der oberen Hälfte des Blütenstandes werden nur die an den roten Stempeln zu erkennenden weiblichen Blüten gebildet, in der unteren Hälfte nur die männlichen Blüten mit ihren typischen gelben Staubblättern. Es werden rotbraune, mit weichen Stacheln besetzte, dreifächerige Kapselfrüchte mit rötlichbraun-marmorierten, bohnenförmigen Samen gebildet.

Die Samenschalen des Wunderbaums sind sehr giftig, da sie das toxische Eiweiß Rizin enthalten. Der Rizingehalt in den Samen des Wunderbaums liegt bei etwa 1 bis 5 Prozent. Bei der Einnahme von Rizin kann schon eine Menge von 0,25 Milligramm tödlich wirken, das entspricht wenigen Samen. Die parenteral tödliche Dosis beträgt bei Mäusen je nach Reinheitsgrad der Substanz etwa ein Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht. Rizin löst sich zwar in Wasser, ist aber fettunlöslich und daher im Rizinusöl nicht enthalten. Beim Pressen der Samen verbleibt das Gift somit in den Pressrückständen. Symptome einer Rizin-Vergiftung sind: Starke Schleimhautreizung, Schädigung von Niere, Leber, Magen und Darm, Übelkeit, Erbrechen und Krämpfe. Der Tod tritt üblicherweise durch Kreislaufversagen etwa zwei Tage nach der Vergiftung ein. Ein agglutinierendes Protein führt zum Verklumpen der roten Blutkörperchen. Es ist kein Gegengift bekannt.


3
Wasserschierling

Von Matti Virtala - Eigenes Werk, CC0, Link

Von Matti VirtalaEigenes Werk, CC0, Link

Der ausdauernde und stark giftige Wasserschierling oder Wüterich ist eine Pflanzenart aus der Familie der Doldenblütlerund neben dem Gefleckten Schierling und der Hundspetersilie eines der giftigsten Doldengewächse. Die Pflanze soll von einigen Menschen als übelriechend empfunden werden.

Der Wasserschierling ist an feuchten Verlandungsbereichen meso- bis eutropher (mesotroph = mittlerer Nährstoffgehalt, eutroph = hoher Nährstoffgehalt) stehender Gewässer wie Seen, Tümpel oder Gräben zu finden. Weitere Bestände können in feuchten Erlenbruchwäldern auftreten. Derzeit gehen seine Bestände jedoch stark zurück, was vor allem an der zunehmenden intensiven Nutzung von Verlandungsbereichen liegt. In den meisten Bundesländern ist der Wasserschierling mittlerweile auf der Roten Liste der Gefäßpflanzen als gefährdet oder stark gefährdet eingestuft. Doch ist er auch im übrigen Europa z. T. stark in seinen Beständen bedroht.

Der Wasserschierling kann bis zu 1,50 m groß werden und besitzt eine knollenartig verdickte Rhizomknolle, die hohl ist und durch Querwände gekammert erscheint. Solche Luftkammern dienen als Anpassung an den sauerstoffarmen, schlammigen Untergrund. Seine Zellen weisen 11 oder 22 Chromosomen auf. Er bildet zwei- und dreifach gefiederte Blätter aus, deren Fiederabschnitte lineal lanzettlich geformt und scharf gesägt sind. Die Einzelblüten stehen in einer 10- bis 20-strahligen Doppeldolde. Die Hüllblätter der Dolde fehlen. Die einzelnen Döldchen sind reichblütig und weisen zahlreiche Hüllchenblätter auf. Die Früchte sind nur etwa 2 mm breit, fast kugelig geformt und charakteristisch gerippt. Sämtliche Pflanzenbestandteile des Wasserschierlings sind stark giftig, insbesondere die durch Luftkammern schwimmfähigen Knollen. Die Giftigkeit wird durch Polyine, insbesondere das Cicutoxin, verursacht. Nach Verzehr bereits geringer Mengen kann der Tod infolge Atemlähmung eintreten. Nach einem alten preußischen Gesetz sollte die Pflanze wegen ihrer Giftigkeit ausgerottet werden.


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Roter Fingerhut

Von Kuebi = Armin Kübelbeck - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

Von Kuebi = Armin Kübelbeck – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

Der Rote Fingerhut (Digitalis purpurea), auch Fingerhut, Fingerkraut, Fuchskraut, Schwulstkraut, Unserer-lieben-Frauen-Handschuh, Waldglöckchen, Waldschelle genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Fingerhüte in der Familie der Wegerichgewächse. Der Gattungsname Digitalis leitet sich vom lateinischen Wort digitus für Finger ab und bezieht sich auf die charakteristische Blütenform.

Der Rote Fingerhut wächst meist als zweijährige, krautige Pflanze. Im ersten Jahr bildet sie eine Grundblattrosette, aus der im Folgejahr eine bis zu 200 cm hoher, meist unverzweigter, beblätterter Stängel austreibt. Diese Halbrosettenpflanze treibt seltener auch in weiteren Jahren aus den basalen Achselknospen wieder aus. Die grundständigen, bis 20 cm langen Laubblätter sind lang gestielt und besitzen einen keilig verschmälerten Spreitengrund, die oberen sind ungestielt. Die Blattstellung ist spiralig, das sechste Blatt steht genau über dem ersten, was bei zwei Umläufen einem Divergenzwinkel von 144 Grad entspricht. Die eiförmigen Blattspreite ist beidseitig behaart, aber unterseits grau-weiß behaart mit kerbig gesägtem Blattrand. Im endständigen, traubigen Blütenstand stehen viele Blüten zusammen. Die fünf purpurrot-violetten oder selten weißen Kronblätter sind zu einer 4 bis 6 cm langen, fingerhutähnlichen Krone verwachsen, die innen behaart und außen kahl ist. Die Krone ist zweilippig mit auffällig gefleckter Unterlippe. Es sind vier Staubblätter vorhanden. Die Narbe ist zweilappig. Die Blütezeit reicht von Juni bis August. Es werden mit einer Länge von etwa 12 mm eiförmige Kapselfrüchte gebildet, die sich vor allem entlang der Scheidewände öffnen und viele mit einer Länge von etwa 0,5 mm kleine Samen enthalten. Die Fruchtreife erfolgt im August. Alle Pflanzenteile sind hochgiftig. Bereits der Verzehr von zwei Blättern kann zu einer tödlichen Vergiftung führen. Der Rote Fingerhut wurde 2007 zur Giftpflanze des Jahres gewählt und schafft es auf Platz 2 der giftigsten Pflanzen in Deutschland.


1
Eisenhut

Von Bernd Haynold - selbst fotografiert - own picture, CC BY 2.5, Link

Von Bernd Haynold – selbst fotografiert – own picture, CC BY 2.5, Link

Die Pflanzengattung Eisenhut (Aconitum), auch Sturmhut, Akonit, früher auch Wolfswurz genannt, gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse. Die wissenschaftliche Bezeichnung Aconitum rührt vermutlich von dem Berg Akonitos in Pontos (Kleinasien) her. Dort holte in der griechischen Mythologie Herakles (lat. Hercules) den dreiköpfigen Höllenhund Kerberos (Zerberus) aus dem Hades (Unterwelt), aus dessen Geifer die Pflanze erwuchs. Die Bezeichnung Eisenhut leitet sich von der helmartigen Blütenform ab. Der Eisenhut wurde 2005 zur Giftpflanze des Jahres gewählt.

Die Gattung Aconitum gilt als arktische Gattung aus dem Tertiär, die sich von Sibirien aus über Europa, Asien und Amerika ausgebreitet hat, wobei als Auslöser der pflanzlichen Wanderung die Eiszeiten gelten. Etwa die Hälfte der etwa 400 gültigen Arten kommen in China vor (211 Arten, davon 166 nur dort). In Mitteleuropa sind die beiden blaublühenden Arten Blauer Eisenhut (Aconitum napellus) und Bunter Eisenhut (Aconitum variegatum) sowie der gelbblühende Wolfs-Eisenhut (Aconitum lycoctonum subsp. vulparia) am weitesten verbreitet; sie stehen unter Naturschutz.

Die Eisenhut-Arten zählen zu den giftigsten Pflanzen Europas. In den meisten Ländern, in denen Eisenhut vorkommt, sind auch Erzählungen überliefert, die auf die Giftigkeit dieser Pflanze hinweisen. Zwischen 1980 und 1984 verzeichnete man allein in der chinesischen Provinz Sichuan 72 Todesfälle, die auf Eisenhut zurückzuführen waren. Davon waren 35 Morde, in 16 Fällen nutzten Personen Eisenhut, um Selbstmord zu begehen und 21 Fälle führte man auf unglückliche Verwechslungen zurück. Ähnliches wird aus Hongkong berichtet, wo man zwischen 1989 und 1993 35 Vergiftungsfälle meldete, die auf Dosierungsfehler bei der Zubereitung traditioneller chinesischer Medizin zurückgingen. In vielen Ländern, in denen Eisenhut vorkommt, ist er ein traditionelles Mittel zur Vergiftung von Wildtieren wie Wölfen, Bären und Nagetieren. Die verschiedenen Aconitum-Arten enthalten toxische Diterpen–Alkaloide, die sich in allen Pflanzenteilen finden. In den in Europa heimischen und kultivierten Arten sind im Wesentlichen die Alkaloide Aconitin, Benzoylnaponin, Hypaconitin, Lycaconitin und Neopellin, und die Aminoalkohole Aconin, Napellin, Neolin und Lycoctonin nachweisbar. Daneben sind in manchen Arten noch Isochinolin-Alkaloide oder Katecholamine enthalten. Die Giftigkeit einer einzelnen Pflanze ist dabei von Standortbedingungen sowie genetischen Faktoren abhängig. Das Aconitin wird von der unverletzten Haut und den Schleimhäuten aufgenommen. Also: Finger weg vom Eisenhut. Damit schafft es die Pflanze auf Platz 1 der giftigsten Pflanzen in Deutschland.

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