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Die 10 häufigsten Ursachen für Haarausfall bei Frauen und was wirklich hilft

Haare sind für viele Frauen weit mehr als nur ein Stylingthema. Volles, gesundes Haar steht oft für Vitalität, Weiblichkeit und Selbstbewusstsein. Wenn sich plötzlich beim Duschen ganze Strähnen lösen oder die Bürste deutlich voller ist als früher, löst das schnell Alarm aus. Viele Betroffene fragen sich dann, ob sie etwas falsch machen, ob eine Krankheit dahintersteckt oder ob der Haarausfall dauerhaft bleibt.

Die gute Nachricht: In den meisten Fällen gibt es erkennbare Ursachen und damit auch konkrete Ansatzpunkte, um gegenzusteuern. Von hormonellen Veränderungen über Stress bis hin zu falscher Pflege spielt vieles zusammen. Plattformen wie hairgivers.de informieren ausführlich dazu, welche Mechanismen im Körper ablaufen und welche Behandlungen sinnvoll sind. Wer versteht, was im eigenen Organismus passiert, kann deutlich gelassener und zielgerichteter handeln.

Hormonelle Schwankungen und Zyklusveränderungen

Östrogen und Progesteron haben großen Einfluss auf den Haarzyklus. Viele Frauen bemerken zyklusabhängige Veränderungen: Kurz nach dem Eisprung fühlen sich die Haare oft voller und griffiger an, während sie vor der Periode eher kraftlos wirken. Gerät der Hormonhaushalt stark ins Wanken, etwa durch Zyklusstörungen, Absetzen der Pille oder hormonelle Therapien, kann der natürliche Wachstumsrhythmus der Haare gestört werden.

Typisch ist dann ein diffuser Haarausfall: Die Haare werden insgesamt dünner, ohne dass sich sofort klare kahle Stellen zeigen. Wichtig ist eine sorgfältige Abklärung beim Gynäkologen oder Endokrinologen, bevor übereilt zu Nahrungsergänzungsmitteln oder drastischen Diäten gegriffen wird.

Schwangerschaft und die Zeit nach der Geburt

Viele Schwangere kennen den „Glow“: Haut und Haare wirken während der Schwangerschaft besonders prall und glänzend. Grund sind höhere Östrogenspiegel, die den Haaren eine verlängerte Wachstumsphase bescheren. Nach der Geburt sinken diese Hormonwerte jedoch wieder ab, und viele Haare wechseln gleichzeitig in die Ruhephase. Etwa zwei bis vier Monate später zeigt sich dann verstärkt Haarausfall, was oft als Schock erlebt wird.

Dieses sogenannte postpartale Effluvium ist in den meisten Fällen vorübergehend. Hilfreich sind sanfte Pflege, nährstoffreiche Ernährung und Geduld. Wer zusätzlich stark erschöpft ist oder sich insgesamt krank fühlt, sollte mit der Ärztin klären, ob etwa ein Eisen- oder Schilddrüsenmangel vorliegt.

Genetisch bedingter Haarausfall bei Frauen

Oft wird erblich bedingter Haarausfall mit Männern in Verbindung gebracht, doch auch Frauen können davon betroffen sein. Er äußert sich meist nicht durch eine klassische Glatze, sondern durch eine zunehmend ausgedünnte Scheitelpartie und ein feiner werdendes Deckhaar. Die Haarwurzeln reagieren empfindlicher auf bestimmte Abbauprodukte männlicher Hormone, was dazu führt, dass die Wachstumsphasen kürzer und die Haarfollikel mit der Zeit immer kleiner werden.

Der Verlauf ist meist schleichend. Wer in der Familie viele weibliche Verwandte mit lichter werdendem Haar kennt, sollte frühzeitig aufmerksam werden. Je eher gegengesteuert wird, desto besser lassen sich noch aktive Follikel unterstützen und stabilisieren.

Schilddrüsenstörungen

Die Schilddrüse wirkt wie ein Taktgeber für den gesamten Stoffwechsel und damit auch für das Haarwachstum. Sowohl eine Unterfunktion als auch eine Überfunktion können sich durch trockenes, brüchiges Haar und vermehrten Haarausfall bemerkbar machen. Manche Frauen berichten auch von Veränderungen der Augenbrauen oder Wimpern.

Weil die Symptome oft unspezifisch sind, etwa Müdigkeit, Gewichtsschwankungen oder innere Unruhe, wird der Zusammenhang mit den Haaren leicht übersehen. Ein einfacher Bluttest beim Hausarzt schafft hier Klarheit und ist ein wichtiger Baustein, bevor kosmetische oder rein äußerliche Maßnahmen im Fokus stehen.

Nährstoffmängel und einseitige Ernährung

Haare bestehen überwiegend aus Keratin, das der Körper aus Aminosäuren, Vitaminen und Mineralstoffen aufbaut. Fehlen wichtige Bausteine, kann sich das an langsamem Wachstum, matter Struktur oder verstärktem Ausfall zeigen. Besonders relevant sind Eisen, Zink, Vitamin D, Biotin und bestimmte B-Vitamine. Strenge Diäten, Essstörungen oder chronische Darmerkrankungen, die die Aufnahme von Nährstoffen beeinträchtigen, erhöhen das Risiko für Mangelzustände.

Bevor gezielt Supplemente eingenommen werden, ist eine Laborkontrolle sinnvoll. So lässt sich vermeiden, dass „auf Verdacht“ hohe Dosen einzelner Stoffe genommen werden, die womöglich gar nicht benötigt werden oder andere Werte ins Ungleichgewicht bringen.

Chronischer Stress und psychische Belastungen

Akute Krisen, dauerhafte Überlastung im Job, pflegerische Verantwortung für Angehörige oder eine Trennungssituation hinterlassen nicht nur seelische Spuren. Der Körper reagiert auf Stress unter anderem mit veränderten Hormonspiegeln und Entzündungsprozessen, die sich auf die Haarwurzeln auswirken können. Einige Monate nach besonders belastenden Phasen bemerken viele Frauen plötzlich verstärkten Haarverlust.

Das macht Stress zu einer der tückischsten Ursachen: Wenn der Haarausfall sichtbar wird, ist das eigentliche Auslöserereignis oft schon vorbei. Entspannungstechniken, ausreichend Schlaf und gegebenenfalls psychologische Unterstützung sind dann genauso wichtig wie äußerliche Pflegeprodukte.

Falsche oder überfordernde Haarpflege

Glätteisen auf maximaler Stufe, enge Flechtfrisuren, aggressives Blondieren oder Dauerwellen können die Haarstruktur massiv belasten. Bei dauerhaftem Zug, etwa durch sehr straffe Pferdeschwänze oder Braids, droht ein mechanisch bedingter Haarausfall an den Haaransätzen. Diese Form, der sogenannte Traktionshaarausfall, beginnt oft unscheinbar, kann bei anhaltender Belastung aber zu bleibendem Schaden an den Follikeln führen.

Sanfte, zum Haartyp passende Pflege, Hitzeschutzprodukte und bewusst locker gebundene Frisuren helfen, die natürliche Widerstandskraft der Haare zu erhalten. Wer ohnehin mit feinem oder brüchigem Haar kämpft, sollte radikale Farbumwandlungen gut überdenken.

Entzündliche Kopfhauterkrankungen

Schuppenflechte, seborrhoische Dermatitis, Pilzinfektionen oder andere entzündliche Prozesse an der Kopfhaut können das Haarwachstum lokal einschränken. Typisch sind gerötete, juckende oder schuppende Areale, manchmal begleitet von punktuell ausgedünnten Zonen. Wird hier nur kosmetisch behandelt, etwa mit Anti-Schuppen-Shampoo aus dem Supermarkt, bleibt die eigentliche Ursache häufig bestehen.

Ein Hautarzt kann mit wenigen Handgriffen oder gegebenenfalls einer kleinen Probeentnahme klären, welche Erkrankung vorliegt. Passende medizinische Shampoos oder Lösungen schaffen dann oft schnell Besserung und schützen langfristig die Haarfollikel.

Medikamente und medizinische Behandlungen

Verschiedene Arzneimittel können als Nebenwirkung Haarausfall auslösen, beispielsweise bestimmte Blutverdünner, Betablocker, Retinoide, Schilddrüsenmedikamente oder Chemotherapien. Auch längerfristige Hormontherapien greifen in den natürlichen Haarzyklus ein. Besonders herausfordernd ist das, wenn ein wichtiges Medikament medizinisch notwendig ist und nicht einfach abgesetzt werden kann.

In solchen Fällen hilft das Gespräch mit Ärztin oder Arzt: Manchmal gibt es Alternativpräparate mit einem günstigeren Nebenwirkungsprofil, manchmal lassen sich Dosierungen anpassen. Wichtig ist, Medikamente niemals eigenmächtig zu verändern, sondern gemeinsam eine tragfähige Lösung zu finden.

Autoimmunerkrankungen wie Alopecia areata

Bei der kreisrunden Alopecia areata greift das Immunsystem körpereigene Haarfollikel an. Typisch sind runde, scharf begrenzte kahle Stellen am Kopf, aber auch Augenbrauen oder andere Körperhaare können betroffen sein. Der Verlauf ist oft schubweise und unberechenbar, was viele Betroffene emotional stark belastet.

Die Behandlung gehört unbedingt in dermatologische Hände. Neben medizinischen Therapien hilft vielen Frauen der Austausch mit anderen Betroffenen, etwa in Selbsthilfegruppen oder Online-Communities, um einen selbstfürsorglichen Umgang mit den Veränderungen zu finden.

Was wirklich hilft, wenn die Haare ausfallen

Diagnose statt Rätselraten

So unterschiedlich die Ursachen sind, so wichtig ist eine strukturierte Abklärung. Ein erster Schritt kann ein Tagebuch sein, in dem über einige Wochen festgehalten wird, wie stark der Haarausfall ist, welche Medikamente eingenommen werden, ob sich Stress oder Erkrankungen verändert haben und welche hormonellen Besonderheiten vorliegen. Dieses Protokoll ist eine wertvolle Grundlage für das Gespräch mit Hausärztin, Gynäkologen oder Dermatologin.

Gerade komplexe Themen wie Haarausfall Frauen profitieren davon, dass verschiedene Fachrichtungen zusammenarbeiten, etwa wenn Hormone, Schilddrüse und Ernährung ineinandergreifen.

Sanfte Pflege und realistische Erwartungen

Parallel zur medizinischen Abklärung lohnt ein kritischer Blick in das eigene Badregal. Aggressive Shampoos, tägliches Glätten ohne Hitzeschutz oder ständig straffe Frisuren lassen sich meist ohne großen Aufwand ändern. Häufig profitieren empfindliche Kopfhaut und feines Haar von milden Formulierungen, die die Hautbarriere respektieren und mechanische Belastung reduziert halten.

Gleichzeitig ist Geduld gefragt. Der Haarzyklus verläuft in Monaten, nicht in Tagen. Selbst wenn eine Therapie gut anschlägt, dauert es, bis neue, kräftige Haare sichtbar werden. Kleine Routinen wie Kopfhautmassagen, bewusste Pausen im Alltag und nährstoffreiche Mahlzeiten können helfen, diese Zeit selbstbestimmt und zuversichtlich zu gestalten.