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Die 10 schnellsten Flugzeuge der Welt

Der größte Traum der Menschheit, nämlich fliegen zu können, wurde technisch auch immer wieder mit Rekorden in Zusammenhang gebracht. Dies war eine stete Antriebsfeder in der Luftfahrtgeschichte, wobei noch heute einige Exemplare der Flugzeuge wahre Legenden ihres Genres sind und bei Kennern der Szene echte Begeisterung hervor rufen. Die ersten Rekorde wurden rasch nach den ersten bekannten Flügen, die die Gebrüder Wright durchführten, erzielt. Bereits damals wurde mehrfach die Schallmauer durchbrochen. Nur 50 Jahre nach dem ersten motorisierten Flug gelang es die doppelte Schallgeschwindigkeit, Mach 2 genannt, zu erreichen.

Wie sich viele vorstellen werden, war es vor allem die westliche Welt, die in Sachen Luftfahrttechnik enorme Entwicklungen anstrebten und auch finanzierten. Damit hatten sie naturgemäß beim Wettlauf um das schnellste Flugzeug auf der Welt auch die Nase vorne, doch der Sowjetunion gelang es vor allem in Zeiten des Kalten Krieges richtige Tempomacher auf den Markt bzw. in die Luft zu bringen.

Nachstehend sind die zehn schnellsten Flugzeuge der Welt aufgelistet, wobei die Anmerkung erlaubt ist, dass sich das Space Shuttle der NASA nicht darunter befindet. Natürlich würde es in Sachen Geschwindigkeit mit den anderen Flugzeugtypen mithalten können, doch es ist als Weltraumfahrzeug definiert und damit von der Rangliste ausgeschlossen.

F-15
Geschwindigkeit: 2500 km/h

Die F-15 der US-Luftwaffe mit dem klingenden Beinamen „Eagle“ ist in ihrem Design mit den doppelten Heckflossen der MiG-25 optisch ähnlich. Doch anders als dieser Maschinentyp wurde sie als quasi Alleskönner entwickelt und kann sowohl im Luftkampf als auch als Abfangjäger bzw. Erdkampfflugzeug eingesetzt werden. Die Geschwindigkeiten, die die F-15 erreicht, sind unterschiedlich in den Angaben. Bei Testflügen ist angeblich ein Tempo von 2500 km/h erreicht worden, wobei es dazu besondere Bedingungen braucht wie etwa eine besonders dünne Luft, wie sie sich oberhalb von 10 Kilometer Höhe befindet. Produziert wurde der Alleskönner von McDonnel Douglas, das später in die Firma Boing überging. Insgesamt rollten mehr als 1000 Stück der Adler aus den Hallen, wobei viele davon heute noch im Einsatz sind. Neben der Airforce in den USA ist auch die Luftwaffe von Israel, Japan oder Saudi Arabien mit diesem Flugzeugtyp im Einsatz. Nach einem Luftunfall, bei dem 2007 eine Maschine der F-15 hoch in den Lüften in der Mitte auseinander gebrochen ist, wurde die gesamte Produktion generalüberholt. Schuld am Desaster war eine Strukturschwäche im vorderen Rumpfbereich, der sich jedoch nur auf die Maschinen der ersten Generation bezog. Nach aufwändigen technischen Nachbesserungen konnten alle produzierten Kampfjets der Eagles wieder ihren Betrieb aufnehmen und sind teilweise heute noch im Einsatz.



F-111

Geschwindigkeit: 2.600 km/h

Anfang der 60er Jahre kam in der US-amerikanischen Luftwaffe der Gedanke auf, einen schnellen Langstreckenbomber zu entwickeln, der auch von einem Flugzeugträger starten konnte. Die Folge war die Entwicklung des Jagdbombers F-111 von General Dynamics. Der wenig schmeichelhafte Spitzname „Aardvark“, also Erdferkel, wurde ihm verliehen aufgrund seiner Wuchtigkeit und Optik. Es war vor allem eine neue Flügeltechnik, die der F-111 erlaubte, sowohl schnell und lange in der Luft unterwegs zu sein, als auch von einem Flugzeugträger starten zu können. Damit war das Flugzeug auf der ganzen Welt der erste Schwenkflügler, der die Tragflächen individuell nach Bedarf nach vorne, um langsam zu fliegen, oder aber nach hinten, um Überschallgeschwindigkeit zu erreichen, kippen konnte. Damit war dem Anspruch Genüge getan sowohl langsam genug für Schiffslandungen als auch schnell genug für Langstreckenflüge mit doppelter Schallgeschwindigkeit fliegen zu können. Zum Einsatz kam der F-111 hauptsächlich in Zeiten des Vietnamkrieges. Dabei kam den US-amerikanischen Einheiten zugute, dass der Jagdbomber auch groß genug war, um mehr als das Vierfache an Waffen und Munition transportieren zu können als herkömmliche Bomber. Der F-111 konnte sogar Atomwaffen mit an Bord nehmen. Lange nach dem Vietnamkrieg erlangte der Kampfbomber nochmals Berühmtheit und zwar als er im Zuge von Strafaktionen der USA gegen Libyen zum Einsatz kam und mehrere Städte und Einrichtungen bombardierte. Sogar im 21. Jahrhundert kam der F-111 noch zum Einsatz und zwar bei der Luftwaffe Australiens. Doch auch diese rangierten die Erdferkel nach und nach aus, womit seit 2010 kein derartiger Kampfbomber mehr in der Luft unterwegs ist.



Bell X-1A
Geschwindigkeit: 2608 km/h

Die Bell X-1A erzielte bei mehreren Messungen die unglaubliche Geschwindigkeit von 2608 km/h, was exakt der 2,4-fachen Schallgeschwindigkeit entspricht. Damit hat sich das Flugzeug in jedem Fall einen Platz unter den zehn schnellsten Flugzeugen weltweit verdient. Insgesamt überzeugte sie optisch durch eine größere Dimension in Sachen Breite und Schwere als ihr bekannter Vorgänger, die X-1. Mit diesem Flugzeug war sechs Jahre vor der Entwicklung der Bell X-1A Charles Yeager erstmals schneller als der Schall unterwegs gewesen. Ende 1953 war die Bell X-1A damit das zweite Flugzeug, das die doppelte Schallgeschwindigkeit zu fliegen vermochte. Exakt am 12. Dezember 1953 wurde eine neue Bestmarke erzielt, die 22 Kilometer Flughöhe und eine Geschwindigkeit von 2,44 Mach betrug. Doch die Maschine hatte mit einem schwerwiegenden Problem zu kämpfen. Sie wurde bei großer Höhe und Geschwindigkeit etwas instabil, was bedeutete, dass der Pilot wahrlich hin und hergerissen wurde. Dem Erstpiloten Yeager passierte es sogar, dass er mit seinem Helm das Plexiglasdach des Cockpits durchschlug. Die Bell X-1A hatte nie das Zeug zur Massenfertigung, es gab genau eine Maschine, die nach nur 25 Flügen durch eine Triebwerksexplosion im Jahre 1955 komplett zerstört wurde.



MiG-31
Geschwindigkeit: 3.000 km/h

Während die MiG-25 noch eher als Kraftpaket bekannt war, konnte sich ihr Nachfolgermodell auch in Sachen Geschwindigkeit einen Namen machen. Die MiG-31 bzw. Mikojan-Gurewitsch 31, wie sie exakt bezeichnet wird, bekam von der Nato den Codenamen „Foxhound“, also Fuchshund. Sie war in ihrer Entwicklung bei weitem moderner und hochwertiger angelegt als ihre Vorgänger. Die Ausstattung umfasste sowohl digitale Fluginstrumente als auch ein computerisiertes Waffensystem. Aber auch Rumpf und Triebwerke waren bei weitem belastbarer und aus hochwertigerem Material. Ab 1967 wurde das Kampfflugzeug in der Sowjetunion entwickelt, wobei klar der Focus auf der Geschwindigkeit ruhte. In großer Höhe konnte diese bis zu 3000 km/h betragen, auf der traditionellen Reisehöhe mit entsprechendem Tempo erreichte der Foxhound immerhin noch 2499 km/H. Geschuldet war dies den beiden Triebwerken, die in anderer Form und Ausprägung auch bei traditionellen Zivilflugzeugen der Sowjetunion Verwendung fanden. Was die MiG-31 betraf, so war sie ein Teil der Luftwaffe, die stets mit Rekorden in Zusammenhang gebracht wurde. 1977 etwa erreichte eine Maschine unglaubliche 37650 Meter Höhe, was einen absoluten Weltrekord für Flugzeugtypen, die aus eigener Kraft starten, darstellt. Insgesamt können in der MiG-31 zwei Crewmitglieder Platz nehmen, zusätzlich zum Piloten findet sich ein Waffensystemoffizier an Bord. Dieser hat einen Rundumblick von 400 Kilometern, womit er den Piloten in seiner Tätigkeit perfekt entlasten kann. Bis heute ist die MiG-31, der Fuchshund, zentraler Bestandteil und Rückgrat der russischen Luftabwehr und Verteidigung. Dazu verfügt auch Kasachstan über einige Stück des Kampfjets, weitere Verkaufserfolge blieben dem Eagle jedoch verwehrt.



MiG 25
Geschwindigkeit: 3.000 km/h

In der Aufzählung der zehn schnellsten Flugzeuge erreichen wir mit dem ersten richtigen Kampfjet nun Platz 4. Die Rede ist von der MiG-25, die quasi die russische Gegenmaßnahme zum US-amerikanischen Spionageflugzeug SR-71 war. Die Maschine stammt aus den Federn des Konstruktionsbüro Mikojan Gurewitsch, der den russischen Kampfbomber entwickelte und ihm über kurz oder lang sogar zur Serienproduktion verhalf. Die herausragenden motorischen Leistungen basierten vor allem auf den zwei gewaltigen Nachbrennertriebwerken, die den Jet innerhalb von zwei Minuten auf mehr als 20 Kilometer Höhe bringen konnten. Ausgestattet mit jeweils zwei Luft-Luft-Raketen konnte so die russische Luftwaffe hoch über dem Feind auf die Jagd gehen. Die MiG-25 erhielt den Beinamen Foxbat, was so viel wie Fuchsfledermaus bedeutet. In 13000 Metern Höhe konnte sie eine Maximalgeschwindigkeit von 3000 km/h erreichen, in Bodennähe immerhin noch 1200 km/h. In Tests wurden neben der 2,82-fachen Schallgeschwindigkeit weitere temporäre Höhenflüge erreicht. 1971 gab es dabei den Wert von sensationellen 3920 km/h, wobei dieser Flug der MiG-25 mit einem doppelseitigen Triebwerksschaden endete. Heute sind nur mehr wenige der einst als Serienproduktion mit 1190 Stück gefertigten Kampfjets im Einsatz.



XB-70
Geschwindigkeit: 3.309 km/h

Der nächstplatzierte Kampfbomber war in jeglicher Hinsicht eine überzeugendes Modell seiner Art und ein Meilenstein in der Luftfahrt. Der XB-70, auch Walküre genannt, wurde vom Hersteller North American produziert und sollte ein Pendant zu den sowjetischen Langstreckenraketen darstellen. Vor allem ging es darum, dass dieser Bomber im Überschallflug sämtliche Abschussbasen auf feindlichem Terrain zerstören sollte, noch bevor etwaige Atomraketen zum Einsatz kommen konnten. Mit dem XB-70, der sich vor allem durch neuartige Flügel in Dreiecksform auszeichnete, konnte dauerhaft jenseits der Schallmauer geflogen werden. Das Startgewicht des Flugzeuges war jedoch enorm und betrug tatsächlich knapp 250 Tonnen. Dennoch war die optische und flugtechnische Wirkung geradezu leicht und elegant. Bereits 1964 wurde die Walküre das erste Mal in Richtung Himmel gelenkt. Insgesamt handelte es sich bei der gesamten Baureihe der XB-70 um das teuerste Flugzeugprogramm, das in der Geschichte der Luftfahrt bis dato umgesetzt wurde, denn immerhin beläuft sich der Kostenfaktor für die beiden ersten Prototypen auf rund 750 Millionen Dollar. 1969 war die XB-70 das letzte Mal in der Luft, schon drei Jahre davor war einer der Prototypen aufgrund einer Wirbelschleppe abgestürzt. Die zweite Ausgabe der Walküre steht heute im Wright Museum in Dayton in Ohio und kann dort von Luftfahrtbegeisterten genauer in Augenschein genommen werden.



X-2
Geschwindigkeit: 3.370 km/h

Die Bell X-2 war die unmittelbare Nachfolgern der Bell X-1. Sie wurde als Forschungsflugzeug gebaut und erhielt den klingenden Namen „Starbuster“. Gebaut von der Bell Aircraft Company aus Buffalo eroberte sie 1952 die Lüfte, wobei ihr eine Geschwindigkeit „schneller als jede Gewehrkugel“ nachgesagt wurde. Tatsächlich brachte sie es auf 3370 km/h, wobei die Funktionsweise ganz einfach erklärt war. Denn unter der Tragfläche eines Trägerflugzeuges hängend, startete die X-2 quasi im freien Fall nach dem Ausklinken. Der Raketenantrieb sorgte dafür, dass sie 1955 das erste Mal mehr als 3000 km/h Geschwindigkeit erreichte.


 
Lockheed SR-71
Geschwindigkeit: 3.540 km/h

Mit dem klingenden Namen Black Bird, also Amsel, ist die Lockheed SR-71 ausgestattet. Sie gilt als das schnellste Flugzeug der Welt, das aus eigener Kraft starten und landen kann. Entwickelt und konstruiert wurde sie auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges. Was die serienmäßige Produktion von Flugzeugen betraf, so kam keines an die Lockheed heran was die Geschwindigkeit betraf. Verwendung fand der Tarnkappen-Jet vor allem als Aufklärungsflugzeug, da sie mit einer potentiellen Geschwindigkeit von 3540 km/h so rasch über feindliches Gebiet fliegen konnte, das sie für den Feind nur schwer abzuschießen war. Da der Focus der Amsel hauptsächlich in der Geschwindigkeit lag, war sie auch nicht mit Raketen oder sonstiger Bewaffnung ausgestattet, sondern konnte sich explizit auf das Ausspionieren noch so winziger Details konzentrieren. Das Design war für die damalige Zeit, also 1966, durchaus futuristisch, womit sie sich die Eigenschaft nachsagen lassen musste, dass sie zu den ersten Tarnkappenflugzeugen zählte. Abgesehen davon war sie für Radar nur schwer sichtbar. Wurde sie doch von feindlichen Jägern entdeckt, konnte sie aufgrund der beiden Nachbrennertriebwerke, die vom Typ J58 waren, genügend Leistung erzeugen um erfolgreich die Flucht anzutreten. Bis zum Fall des Eisernen Vorhangs war die SR-71 auch in Deutschland wahrnehmbar, vor allem durch Hören des Überschallknalls.



North-American X-15
Geschwindigkeit: 7.274 km/h

Das US-amerikanische Testflugzeug X-15 ist ein Rekordhalter für sich. Denn mit den imposanten 7274 km/h als Höchstgeschwindigkeit gilt sie als schnellstes Flugzeug, das jemals bemannt unterwegs war. Der Name war dabei Programm, denn X steht hier für Experimental und meinte eine Entwicklungsstufe in der Luftfahrt, als von bemannter Raumfahrt noch keine Rede war. Insgesamt gab es drei Exemplare der X-15, die für knapp 200 Flüge an die Grenzen des Weltalls verwendet wurden. Zweimal stieg das Flugzeug dabei höher als 100 Kilometer, womit offiziell bereits ein Raumflug getätigt wurde. Einer der Piloten war im übrigen Neil Amstrong, der sich später als erster Mensch am Mond einen Namen machte. Zusammen mit Wernher von Braun arbeitete der Designer Walter Dornberger am entsprechenden Raumfahrtprogramm der NASA und brachte dieses Flugzeug zur Ausfertigung. Die Funktionsweise war einfach, denn die X-15 wurde auf einer B-52 auf die individuelle Einsatzhöhe gebracht und anschließend ausgeklinkt. Nachdem das Triebwerk gezündet wurde, konnte der Pilot auf das sechsfache der Schallgeschwindigkeit beschleunigen. Nach knapp zwei Minuten wurde die X-15 zu einem Überschallsegelflieger, da das Raketentriebwerk ausgebrannt war. Das diesbezügliche Entwicklungsprogramm mit der X-15 wurde nach 199 Flügen im Jahre 1968 von der NASA eingestellt.



Boeing X-43
Geschwindigkeit: 10.461 km/h

Das Ranking der schnellsten Flugzeuge ist mit der X-43 aus dem Hause Boeing abgeschlossen. Der 3,7 Meter lange Prototyp, der von der NASA als unbemanntes Testprodukt entwickelt wurde, erreicht eine sagenhafte Geschwindigkeit von 10461 km/h. Die faszinierende Neuerung im Vergleich zu vorigen Entwicklungsstufen der US-amerikanischen Raumfahrtsbehörde bestand vor allem im Antrieb, einem sogenannten Scramjet-Triebwerk. Da die herkömmlichen Düsentriebe bei Erreichen einer dreifachen Schallgeschwindigkeit an ihre Grenzen stießen, musste auf Raketenschub gesetzt werden. Das tut der Scramjet auch, der die Energie der Verdichtung ausströmender Luft nutzt. Die absolute Topmarke an Geschwindigkeit von knapp 11000 km/h wurde bei einem Testflug, der 2004 stattfand, umgesetzt. Wie auch bei der X-15 bringt ein B-52 Bomber das Fluggerät auf die entsprechende Flughöhe, in diesem Fall waren es knapp 9000 Meter. Anschließend geht der Flug auf einer Pegasus-Rakete weiter, bis in etwa die sechsfache Schallgeschwindigkeit erreicht wird. Dann klinkt die X-43 aus und ist alleine unterwegs. Die insgesamt drei Prototypen sind allerdings nach ihrem Abheben in den Weltraum nie wieder gesichtet worden, auch auf eine Landung wartete man vergeblich. Sie wurden gezielt über dem Pazifik zum Absturz gebracht. Grundsätzlich betreibt die NASA diese Weiterentwicklung eines Flugzeuges und vor allem der Scramjet-Technologie sehr explizit dazu, um irgendwann in ferner Zukunft auch Hyperschallflugzeuge für den kommerziellen Nutzen bauen zu können.