Die 10 größten Slums der Welt



Wer ein Dach über dem Kopf hat, ausreichend zu Essen und Trinken hat und sich Kleidung leisten kann, die gegen Wind und Wetter schützt – dem geht es besser als vielen anderen Menschen in der ganzen Welt. Armut ist auch 2017 immer noch von enormer Bedeutung, auch wenn der technologische Fortschritt in der Lage wäre, allen Menschen weltweit zu einem besseren Leben zu verhelfen.

Gerade in den Ländern der Dritten Welt leben Millionen Menschen unterhalb der Armutsgrenze – zum Teil in eigenen Vierteln oder Stadtzügen. Sogenannte Slums oder Favelas sind in fast jeder Großstadt und auf jedem Kontinent zu finden – wir zeigen die 10 größten Slums weltweit.

Cité Soleil

Die haitianische „Sonnenstadt“ ist für die Einwohner nicht ganz so heimelig, wie es der Name vermuten lässt: Circa 400000 Menschen wohnen hier dicht gedrängt in einfachsten Behausungen mit zum Teil fehlender medizinischer Versorgung, Strom und Wasser. Das verheerende Erdbeben in Haiti 2010 hat hier für noch schlechtere Umstände gesorgt als vorher – und zahlreichen Bewohnern das Leben genommen.


Cañada Real

Auch auf europäischem Boden sind heutzutage noch Slums vorhanden: so zum Beispiel in Madrid. Die spanische Hauptstadt hat es bis heute nicht geschafft, die rund 40000 Einwohner des Slums Cañada Real in die Gesellschaft zu integrieren. Besonders erschreckend: Ein Großteil von ihnen wohnt in einfachsten Wellblechhütten.



Neza-Chalco-Izta

In Mexiko befindet sich im Einzugsbereich der Hauptstadt Mexiko-City auch der Mega-Slum Neza-Chalco-Izta mit über 350000 Einwohnern. Im Gegensatz zu anderen Armenviertel verfügt der mexikanische Hauptstadtslum über eine halbwegs funktionierende Infrastruktur und Zugang zu Strom und Wasser.



Trenchtown

Auch in der Karibik besteht das Leben nicht nur aus Sonne und Strand – das Armenviertel Trenchtown der jamaikanischen Stadt Kingston ist das Paradebeispiel für das Elend im Urlaubsparadies Jamaika. Aus Trenchtown stammen zwar auch berühmte Sänger wie zum Beispiel Bob Marley oder Peter Tosh – das ändert aber nichts an der Armut der Bevölkerung, die hier auf circa 25000 Menschen geschätzt wird. Der Großteil davon vegetiert aus einer Mischung aus Drogen, Bandenkriminalität und fehlenden Sozialstrukturen vor sich hin.



Villa 31

Der Name ist irreführend – denn Villa 31 ist keine feine Nobeladresse, sondern das Armenviertel in der Hauptstadt Argentiniens. Buenos Aires ist dadurch Heimat von circa 25000 Einwohnern. Der Slum besteht seit den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts – seit einigen Jahren liegen der Stadtverwaltung Pläne auf dem Tisch, die zur Beseitigung und Neubebauung der Favela führen sollen.



Kibera

In Kenias Hauptstadt Nairobi hatte das Armenviertel Kibera lange Zeit den Ruf, der größte Slum in ganz Afrika zu sein. Da genaue Einwohnerzahlen nicht vorliegen, wird die Bevölkerungszahl durch Experten aktuell auf 500000 Menschen geschätzt. Die mangelhafte Infrastruktur sorgt auch in Kibera für zahlreiche Krankheiten und eine reduzierte Lebenserwartung der Einwohner. Besonders paradox: Direkt an das Armenviertel grenzt ein luxuriöser Golfplatz für zahlungswillige Einheimische und Touristen.



Chaisa

Da Sambia insgesamt zu den ärmeren Ländern weltweit gehört, verwundert es wenig, dass auch hier ausgeprägte Slum-Bereiche an der Tagesordnung sind. Die Hauptstadt Lusaka ist Heimat des Slums Chaisa, in dem circa 30000 Menschen leben. Aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Situation ist die Aussicht, aus Chaisa durch eigene Arbeit wegzuziehen, denkbar schlecht – trotz finanzieller Unterstützung durch Entwicklungshilfe und private Organisationen.



Altus de Cazuca

In Südamerika gehören die Favelas, wie die Armenviertel in Lateinamerika genannt werden, zum alltäglichen Straßenbild. Auch in Kolumbiens Hauptstadt Bogota leben aufgrund der wirtschaftlichen Not viele Menschen unterhalb der Armutsgrenze – der Slum Altus de Cazuca zählt mittlerweile 50000 Einwohner.



Arhiba

Auch in Djibuti war der Slum Arhiba eigentlich als Viertel für die Hafenarbeiter konzipiert – das große Wachstum der überwiegend der Afar-Volksgruppe angehörigen Menschen sorgte aber dafür, dass das Viertel schon bald dicht besiedelt wurde. Modernisierungsmaßnahmen des Hafens sind der Grund, warum viele davon ihre bezahlte Arbeit verloren – und anschließend verarmten. Aktuell leben circa 20000 Menschen in dem Armenviertel.



Dharavi

Am Rande der indischen Metropole Mumbai befindet sich der größte Slum in Asien. Schätzungsweise 600000 Menschen fristen hier ihr Leben in großer Armut und Hoffnungslosigkeit – das Armenviertel war ursprünglich der Wohnort der ansässigen Fischer und entwickelte sich erst später zum Auffangbecken für alle diejenigen, die mangels Arbeit und Geld in der Millionenmetropole Mumbai scheiterten.

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