Die 10 größten Justizirrtümer der Welt



Justitia ist blind – und zwar in Bezug auf eine mögliche Voreingenommenheit, wenn es darum geht, einen Fall zu beurteilen. Ein Gerichtsurteil sollte in jedem rechtsstaatlich orientieren Gebilde immer aufgrund von vorurteilsfreier Beschlussfindung gefällt werden und das ist auch in vielen Ländern der Welt der Fall. Dennoch kommt es immer wieder auch zu Fehlurteilen – welche großen Justizirrtümer dabei besonders bekannt wurden, zeigen wir in unserer Top10-Liste der größten Justizirrtümer der Welt.

Debra Milke

Debra „Debbie“ Milke wurde am 12. Oktober 1990 in den USA zum Tode verurteilt. Grund war: Sie wurde wegen Anstiftung zum Mord an ihrem eigenen Sohn verurteilt. Angeklagt wurde sie wegen Entführung, Kindesmissbrauch und Verschwörung zum Tod. Jedoch kamen in der Zeit, in der sie ihre Zeit im Gefängnis absaß, Zweifel auf – zudem wurde sie nicht über ihre Rechte informiert. Sie wurde 2014 freigelassen.

Peter Heidegger

Peter Heidegger wurde 1993 in Österreich wegen Raubmordes an einer Taxifahrerin verurteilt. Fälschlicherweise, wie sich herausstellte – die Zeugenaussagen waren falsch und die Ermittlungen mangelhaft. Obwohl sich die beiden Täter kurz danach gestellt und ein umfassendes Geständnis abgegeben hatten, saß Heidegger acht Jahre lang im Gefängnis. Erst 2003 wurde er freigelassen.

Harry Wörz

Harry Wörz wurde 1998 wegen versuchten Totschlags an seiner Ehefrau für schuldig erklärt. Da diese aufgrund der Tat zum Pflegefall wurde, konnte sie während des Prozesses keine Aussagen über den Täter machen. Harry Wörz saß von 1997 bis 2001 unschuldig im Gefängnis.

Murat Kurnaz

Murat Kurnaz wurde von 2002 bis 2006 im Gefangenenlager Guantanamo Bay auf Kuba festgehalten. Ihm wurde vorgeworfen, der Gruppe al-Qaida anzugehören – der Vorwurf erwies sich später als falsch. Über die Zeit auf Kuba verfasste er eine Autobiografie, die anschließend verfilmt wurde.

Norbert Kuß

Auch Norbert Kuß ist ein Opfer eines Justizirrtums, denn er wurde wegen sexuellen Missbrauchs an seiner Pflegetochter zu drei Jahren Haft verurteilt. Er verbrachte aufgrund einer Falschaussage und eines fehlerhaften Glaubwürdigkeitsgutachtens 683 Tage unschuldig in Haft. 2014 wurde er nachträglich freigesprochen.

Maria Rohrbach

Maria Rohrbach wurde 1929 in Münster geboren und Opfer eines Justizirrtums, als sie wegen Mordes an ihrem Ehemann zu lebenslangem Zuchthaus verurteilt wurde. Obwohl es eindeutig entlastende Beweise und Indizien gab, wurden diese bei der Verhandlung sowie bei dem Urteil nicht beachtet. 1961 wurde Maria Rohrbach freigesprochen. Der wahre Mörder von Hermann Rohrbach wurde nie ermittelt.

Rubin Carter

Rubin Carter ist einer der bekanntesten Fälle zum Thema Justizirrtümer. Er wurde 1937 geboren und wollte eigentlich Boxweltmeister werden. Jedoch wurde er im Jahre 1966 wegen Mordes angeklagt und verbrachte viele Jahre im Gefängnis. Der Fall wurde 1985 erneut verhandelt. Viele Stars hatten sich für Rubin Carter eingesetzt, dessen Fehlurteil durch Rassismus zustande gekommen war. Im Jahre 1999 wurde der Film „Hurricane“ gedreht, der die Geschichte nachzeichnet.

Otto Warmbier

Einer der aktuellsten Fälle ist der Fall des Otto Warmbiers. Als Student reiste er nach China und Japan. Jedoch wurde er am Flughafen Pjöngjang bei der Ausreise festgenommen, da er angeblich versucht hatte, einen Propagandabanner zu stehlen. Die Verurteilung beruhte auf der Annahme, dass es hier zu feindlicher Spionage gekommen war. Warmbier wurde zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt, aber 2017 im Zustand des Wachkomas wieder an Amerika entlassen. Er starb am 19. Juni 2017.

Glenn Ford

Glenn Ford verbrachte 26 Jahre unschuldig hinter Gittern. Er wurde 1984 wegen Mordes an einem Juwelier angeklagt. Seit 1988 saß er in der Todeszelle und fürchtete dort jeden Tag um sein Leben. 2013 gab es Hinweise darauf, dass ein anderer Mann den Mord ebenfalls gestanden hat. Glenn Ford wurde jedoch erst 2014 freigelassen.

Ulvi Kulac

Ulvi Kulac ist ein geistig behinderter Junge, der wegen Mordes angeklagt wurde. Die neunjährige Peggy Knobloch verschwand 2001. Obwohl es keine Leiche und keine Beweisspuren gab, wurde Kulac verurteilt. Dies passierte, weil er gestanden hatte. Den Widerruf des Geständnisses ließ man bei der Verurteilung außer Acht. Kulac wurde in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen, bis der Fall 2013 wieder aufgenommen wurde. Ulvi Kulac wurde 2014 freigelassen.

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